Dinosaurier in London

Was wäre, wenn Queen Viktoria noch immer ein britisches (zugegeben Steampunk-lastiges) Empire beherrschen würde? Das zeigt die alternative Geschichtsschreibung von Jonathan Greens Pax Britannia Serie auf äußerst spannende und unterhaltsame Weise.

Dinosaurier in London

Was wäre wenn … 

… sich die Welt auf der Basis von Dampfmaschinen weiterentwickelt hätte. Das ist im Genre des Steampunk die Grundprämisse. In Jonathan Greens Weltentwurf kommt noch einiges mehr dazu: Es ist Ende des 20. Jahrhunderts und Queen Victoria regiert das Reich noch immer an oberster Stelle, gewartet von einer babbage’sken Lebenserhaltungsmaschine. Aber Aufwiegelungen und Unzufriedenheit wachsen in Magna Britannia. Terrorgruppen versuchen die Macht der Monarchin zu brechen.

Green lässt für seine Version der Welt so ziemlich alles aufeinander prallen, was sich die Schriftsteller von den viktorianischen Gothic-Novellen bis zur modernen Fantasy so ausgedacht haben. In London kann man Dinosaurier im Zoo erleben (Überraschung, das geht nicht gut …), in Osteuropa streben aristokratische Vampire nach der Macht und auf der ganzen Welt lässt man sich von dampf- und uhrwerkbetriebenen Robotern bedienen. In dieser Welt hat sich der adlige Abenteurer Ulysses Lucian Quicksilver ein Ruf als Mann für schwierige Fälle erarbeitet. Und ein schwieriger Fall tut sich ihm tatsächlich auf, als er in einem Museum mit einem Einbruch konfrontiert wird, der weitreichende Folgen hat und ihn in die Unterwelt (nicht nur sprichwörtlich) von London führt.

Spannung, Humor und eine schier überbordende Phantasie gehen hier eine mehr als gewinnbringende Verbindung ein. Nicht nur für Steampunk-Enthusiasten eine lohnende Lektüre.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Jonathan Green. Pax Britannia: Unnatural History.

13,95 Euro. Luzifer Verlag.

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