Ding Dong, the witch is dead!

Fehlgesteuerte Loyalitäten sind ja immer so ein Problem. Vor allem, wenn sie einer mächtigen Hexe gelten, die die Menschheit per Viruserkrankungen auslöschen möchte – als würden wir das nicht sowieso irgendwann selbst hinkriegen. Damit unsere Biologen noch etwas Zeit dafür haben, gibt es zum Glück Vin Diesel als den letzten Hexenjäger!

Damals und heute - doch der Krieger ist der gleiche geblieben. Aber jetzt hat er Verstärkung und noch viel mehr Feinde!
Damals und heute – doch der Krieger ist der gleiche geblieben. Aber jetzt hat er Verstärkung und noch viel mehr Feinde!

Ist jede Hexe bösartig? Nein, sagt der über 800 Jahre alte Hexenjäger Kaulder. Ziemlich liberal! Das ändert leider nichts an der Tatsache, dass eine Hexenkönigin ihn vor hunderten von Jahren zum ewigen Leben verflucht hat – und vorher seine Familie getötet. Jetzt, in der Moderne, schaut es leider so aus, als wäre es wieder soweit: Ein ziemlich talentierter, aber bösartiger Magier hat sich zum Ziel gesetzt, die alte Königin wieder ins Leben zu holen. Die restliche Menschheit weiß nichts davon, obwohl die Hexen mitten unter ihnen existieren. Der Friedenspakt, den sie mit Kaulders Organisation „Axt und Kreuz“ haben, ist brüchig. Denn er hat nur so lange Bestand, wie Hexen ihre Magie nicht gegen die Menschen richten. Wie gut das läuft, wenn eine Hexenkönigin ins Leben zurückkehren will, kann man sich denken … Das erste Opfer: Pater Dolan, seines Zeichens kirchlicher Betreuer des Hexenjägers.

Die Kritik

Die Optik von THE LAST WITCHHUNTER ist super gut gelungen.  Endlich gibt es weibliche Hexen, bei denen es nicht auf den „sexy hexy“-Look ankommt, sondern darauf, dass sie die Menschheit einfach hassen. Einigermaßen berechtigt sogar, sodass man sich als Zuschauer fragt – sollte die Hexenkönigin vielleicht nicht Erfolg haben mit ihrem Plan?

Den Eindruck zunichte macht leider Vin Diesel in einigen wenigen ausgewählten Szenen. In diesen Momenten werden die Dialoge zu platt und zu chauvinistisch. Frei nach dem Motto: Hübsches Mädchen fragt: „Warum kämpfst du dann?“ und er antwortet mit von Würde belegter Stimme „Weil ich muss.“ Wobei diese Szenen dann immerhin für kleine Lacher sorgen können. Trotzdem ist es schade, dass es sie gibt, denn ansonsten hätte der Film Ansätze von „bombastische Unterhaltung“ gehabt. Rein von der Bildgestaltung und deren Qualität lässt sich das total mit Game of Thrones vergleichen – die Details sitzen richtig gut. Insgesamt spielen Rose Leslie (Ja, das ist sogar die Ygritte aus Game of Thrones) und der gute Vinnie aber tatsächlich sehr harmonisch zusammen. 

Manchmal gibt es kleinere inhaltliche Lücken: Wenn es die Organisation Kreuz und Axt gibt, warum bilden sie dann keine weiteren Krieger aus? Warum wirkt Chloe abseits ihres Haupttalents keine Magie? Warum sind Traumwandler schwarze Magie? Warum hat Chloe unbedingt rote Haare? Und wie kommt ein Krieger aus der uralten Zeit zu einer vergleichsweise liberalen Einstellung im Sinne von: Nur die Hexen töten, die tatsächlich böse sind? Und warum kehrt er dann den Macho raus, der die rothaarige Hexe beschützen muss?

Natürlich kommt auch das Thema Einsamkeit auf. Hier ersparen sich die Macher des Films zum Glück die kitschigen Liebesszenen zwischen den beiden Hauptdarstellern, was ehrlich gesagt eine nette Erfrischung ist. Sie lernen sich als Partner kennen und arbeiten zusammen – mehr werdet ihr nicht zu sehen bekommen. Das ist gut so, nicht zuletzt wegen des Frauenbilds. Muss nicht jede Darstellerin zu einem Bond Girl erniedrigt werden.

Fazit: Grundsätzlich nicht schlecht, hat aber schon so seine schwachen Momente. Aber mal so gedacht: Aus denen könnte man auch ein Trinkspiel machen…

Bettina Riedel (academicworld.net)

THE LAST WITCH HUNTER.

Darsteller: Vin Diesel, Rose Leslie, Elijah Wood
Ab dem 10. März auf BD, DVD und als VoD im Handel erhältlich.

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