Digitale Kriminalität

Die Digitalisierungswelle erreicht endlich die Fernseh-Serien: Mit CSI: Cyber geht ein Klon der vielfach erfolgreichen Krimi-Serien an den DVD-Start. Nur: Wie oft lässt sich das Konzept noch gut kopieren?

Der Tod kommt aus dem Netz: Im Zeitalter von Bits und Bytes kann Cyber-Kriminalität schnell grausame Auswirkungen auf die reale Welt haben und den Opfern das Leben zur Hölle machen. Identitätsdiebstahl, Entführung, sogar Mord – das Ausmaß der Bedrohungen ist unerschöpflich und die Täter sind im geheimen „Dark Net“ scheinbar unauffindbar. Aber nicht für die Cyber Crime Division des FBI in Quantico, Virginia: Unter der Leitung von Special Agent Avery Ryan (Oscar®-Gewinnerin Patricia Arquette) hat sich das schlagkräftige Team aus Hackern, Analysten und Exsoldaten der Bekämpfung der skrupellosen und technisch versierten Cyber-Verbrecher verschrieben. Ihre spektakulären Fälle sind dabei nicht nur ein Kräftemessen von virtuellem Know-how, sondern immer wieder auch ein atemloses Rennen gegen die Zeit …

Die Kritik

An sich war es ja Zeit für eine Serie, die sich stärker um IT und Technologie dreht. Wenn man nur an die Möglichkeiten denkt, die sich inhaltlich bieten und damit für Abwechslung vom Tatort sorgen! Das Problem mit Cybercrime als Gegenstand einer TV Show ist allerdings, dass es wenig greifbar scheint – besteht ja alles nur aus Nullen und Einsen. Außerdem gibt es keine furchterregenden Axtmörder mehr, sondern Menschen hinter Keyboards. Da musste sich die Serie was einfallen lassen, entsprechend aufregend ist der erste Fall.

An dieser Stelle hat die Serie die Chance, richtig gut zu werden. Aber sie flacht sofort wieder ab. Themen wie das Deep/Dark Web oder sonstige echte und schockierende Themen fallen vollkommen unter den Tisch. Es geht um Schüler, die sich fertig machen wollen, um schief gegangene Beziehungen – und damit bleibt die Handlung genauso oberflächlich wie die Schauspielleistung. Die Hauptdarstellerin wirkt deplatziert. Sie soll kompetent wirken und reproduziert ihren Text ohne Gefühl für die Bedeutung. Der Charakter tut so, als wäre sie in Sachen Psychologie ein Ass, aber es kommt wirklich so rüber, als hätte die Schauspielerin keine Ahnung von dem, was sie damit sagen soll. Ihr Gesicht kennt nur „neutral“ als Ausdruck und „grüblerisch“. Inhaltlich ist sie außerdem vollkommen unsympathisch. 

Allein das Intro ist sehr schwerfällig. Es dreht sich nur um diesen einen weiblichen Hauptcharakter und jeder Zuschauer denkt sich nur – ja und? Vollkommen irrelevant. Nur die Tech-Kids wirken authentisch, inhaltlich zumindest. Optisch könnten nicht mehr Klischees erfüllt werden. In Sachen Gleichberechtigung fällt es auch gar nicht auf, dass einer dunkelhäutig ist, der andere weiß und moppsig und die dritte im Bunde eine Asiatin. Aber keine Sorge, die Leute auf Cheflevel sind alle durchschnittlich „Kaukasier“. Zudem hakt es an den Details: Wenn‘s um soziale Medien geht, werden fake Portale erfunden. Warum nicht einfach sagen, wie es ist? Facebook. Twitter. 

Fazit: Wenig spannende Fälle, zu oberflächlich, kein guter Hauptcharakter und am Ende wird alles notorisch gut. CSI Cyber ist leider eine vollkommen unnötige Erfindung. Bleibt bei dem Original – CSI New York.

Bettina Riedel (academicworld.net)

CSI: Cyber, Staffel 1

Ab dem 4. Dezember als DVD oder BluRay im Vertrieb von Universum Film im Handel erhältlich.

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