„Die Kunstwerke sind sicher!“

Hübsch, klug und damit genau Neals Fall. Alle Bilder: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Für Neal Caffrey und Peter Burke spitzt sich die Lage immer weiter zu: Der neue Agent, der Neal betreuen soll, wird erschossen auf der Straße aufgefunden. Caffrey hat keinen Zweifel, dass der Dutchman dahintersteckt, denn der hat ihn bei einem Einbruch gefilmt – und nutzt die Vorlage gnadenlos zur Erpressung. Doch damit nicht genug: Hagen, also der Dutchman, ist dafür verantwortlich, dass Peter Burke vor Gericht von dem Mord am Senator freigesprochen wird. Das kann Neal Peter niemals sagen und setzt durch sein Schweigen nicht nur seine Freundachaft zum FBI Agent, sondern mal wieder seine Zukunft aufs Spiel. Als Peter aus der Unterschungshaft zurückkehrt, ist Diane hochschwanger, seine Frau hat ihn glühend vermisst und die Ganoven der Kunst(unter)welt sind immer noch aktiv. Bei einem Fall lernt Neal eine hübsche Bibliothekarin kennen, die sich glücklicherweise perfekt mit seinem Objet der Begierde auskennt – dem Masconi Index, der das Geheimnis zu einem sensationellen Schatz bergen soll. Zwischen all den Mitspielern auf diesem sehr komplizierten Schachbrett dreojt der finale Streich immer näher zu rücken – können Neal und Peter ihre weißen Krägen irgendwie hindurch retten?

Die Kritk

In den USA ist die sechste Staffel bereits 2014 erschienen, sodass es auch ohne Dementi so aussieht, als wäre White Collar mit Staffel 5 und 6 vorerst bei ihrem Ende angekommen. Mit 6 Episoden fällt die letzte Staffel auch deutlich kürzer aus als Staffel 5 mit immerhin 13 Episoden. Das klingt nach dem leisen Sterben einer verkaufsmäßig nicht ganz überzeugenden Serie. Sollte man sich diese letzten beiden Staffeln noch ansehen?

Gefangen zwischen seinem Leben und dem FBI: Neal Caffrey

Kurz und knapp: Staffel 5 ja, gerne. Staffel 6 schon nicht mehr, sondern nur, wenn man der Typ ist, der offene Serien einfach gern bis zum teils bitteren Ende ansieht. Bei Staffel 5 gelingt es den Produzenten wenigstens noch etwas, den alten Charme der beiden „Jungs“ aufs Silbertablett zu legen. Mit der neuen Dame an Neals Seite kommt auch noch etwas Gauner-und-Ganoven-Spannung ins Haus, die man von WHITE COLLAR so gewöhnt ist. Sie ist sein Gegenpart, nur denkt sie absoluter, ist etwas depressiver und deutlich aggressiver. So hätte auch sein Weg enden können, hätte er nicht den unvergleichlichen Mozzie an seiner Seite.

Staffel 6 hingegen wirkt, als müsste man möglichst viele Handlungsstränge in möglichst wenigen Folgen zu einem abrupten Ende führen. Dabei lassen die Produzenten es sich allerdings nicht nehmen, ein vollkommen vorhersehbares Ende zu wählen, das weder mit Spiel, Spaß oder Spannung aufwarten kann. So endet eine vielversprechende, witzige Serie leider sehr, sehr müde. Selbst das Erfinden einer Super-Ganoven-Organisation wirkt echt seltsam, frei nach dem Motto „Wir haben schon so viele Schatzjagden gebracht, das müssen wir unbedingt toppen!“. Sehr angestrengt, wenig amüsant. Ich würde sogar so weit gehen, dass es sich bei Staffel 6 eher lohnt, eine Zusammenfassung zu lesen. Dann wisst ihr, wo eure Charaktere abbleiben und spart euch die Zeit.

Bettina Riedel (academicworld.net)

White Collar, Staffel 5
13 Episoden

White Collar, Staffel 6
6 Episoden

Ab dem 27. Juli auf DVD, BluRay und digital im Vertrieb der Twentieth Century Fox Home Entertainment im Handel erhältlich.

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