Die Entdeckung des Salai

Die rätselhaften Hintergründe der Entdeckung Amerikas

Florenz, 1508. Salai, Adoptivsohn und Gehilfe von Leonardo da Vinci, wird in Florenz festgenommen. Der Vorwurf: Hochstapelei, Diebstahl und Verschwörung. Salai war im Auftrag Leonardos nach Rom gereist. Dort sollte er einen sonderbaren Atlas finden, in dem zum ersten Mal von Amerika die Rede ist. Auf der Suche kam er einem Komplott auf die Spur, das die Wahrheit über die Entdeckung der Neuen Welt verschleiert. Zurück in Florenz, hat Salai ein Problem: Er weiß so viel über die Verschwörung, dass er selbst zum Verdächtigen wird.

 

Auf der Suche

Vor sieben Jahren bereits war Salai zum ersten Mal in Rom und zwar gemeinsam mit seinem Ziehvater Leonardo da Vinci. Bereits dieser Rombesuch war mehr als abenteuerlich und die Beiden wurden in ein gefährliches Abenteuer verwickelt. Nun ist Salai erneut in Rom, diesmal allein.

Er soll im Auftrag von Leonardo ein Buch über Kosmologie finden, das bereits topographische Karten über das neu entdeckte Amerika enthält. Leonardo möchte diese Karten kopieren um sich im Freundes- und Bekanntenkreis rühmen zu können, viel von Amerika und dessen Lage auf der Weltkarte und natürlich auch dessen Endeckung zu wissen.

Auf der Flucht

Salais Ausflug nach Rom jedoch endet auf seiner Flucht gen Heimat in den Kerkern von Florenz und nun macht sich Salai im Rahmen eines gegen ihn eingeleiteten Strafverfahrens auf, den Herrn Kriminalnotarius von seiner Unschuld zu überzeugen. Dies geschieht über schriftliche Protokolle, die Salai dem Gericht in seinen einsamen Kerkernächten schreibt.

Leonardo da Vinci, Selbstbildnis, um 1512

Hierbei ist zunächst einmal besonders zu erwähnen, dass Salai einen ungewöhnlichen, frechen und einfachen Schreibstil an den Tag legt, der vielleicht nicht jedermanns Sache ist, dem Buch aber eine ganz besondere Würze und Eigenart verleiht. So ist es Salai ein Bedürfnis, im Rahmen der Protokolle immer wieder seinen Ziehvater Leonardo ein wenig zu diffamieren, indem er ihm „Betrügereien und Bosheiten“ andichtet. Die Protokolle sind ohnehin das Salz in der Suppe dieses Buches, da Salai die Wahrheit über die Ereignisse in Rom nur scheibchenweise präsentiert und das Memorandum immer wieder abändert und erweitert.

Die Autoren

Rita Monaldi ist Altphilologin, Francesco Sorti Musikwissenschaftler. Die bisherigen Romane des Ehepaars, darunter IMPRIMATUR, SECRETUM und VERITAS, wurden internationale Bestseller. Monaldi & Sorti leben mit ihren zwei Kindern in Rom und Wien. „Die Entdeckung des Salai“ ist der zweite Band um das erfolgreiche Ermittlerduo Leonardo da Vinci und Salai.

Neben den besonders gut recherchierten Hintergründen und natürlich den damaligen Vermutungen und Verschwörungen hinsichtlich der Entdeckung Amerikas, der Verwicklung der Kirche, etc. ist es auch immer wieder erheiternd, über Salais Beziehung zu den unterschiedlichsten Frauen zu hören. Gibt es doch kaum eine, die ihm nicht gefällt und der er nicht auch einen besonderen Dienst erwiesen hat. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Salai mehr als einmal erfährt Vater zu sein, was ihn nicht weiter zu stören scheint.

Alles in allem ist dieser Roman eine gute Mischung aus historischem Hintergrund und amüsantem Erzählstil.

Iris Gasper

 

Francesco Sorti & Rita Monaldi

Die Entdeckung des Salai

317 Seiten

19,90 Euro

rowohlt

 

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