Buchladen mit Ausblick

Bücher als Zugang zu fremden Welten – zumindest geistigen – kennen wohl alle Leser. In „Taberna Libraria“ ist der Zugang in fantastische Welten ein wirklicher. Und zwar im Keller der neuen Buchhandlung von Corrie und Silvana.

Buchladen mit Ausblick
Sprechende Leseratten sind bald das geringste Problem für die Freundinnen. © BloodyMary/pixelio.de

Schicksalsgemeinschaft

Dass der alte Laden im beschaulichen Woodmoore ihr Schicksal ist, darüber ist sich die junge Corrie schnell im Klaren. Ihre beste Freundin und Geschäftspartnerin Silvana hat da mehr Zweifel. Erinnert sie doch der kleine Ort an ihre Kindheit als Außenseiterin auf dem Lande. Aber wie soll man auch zu den coolen Kids gehören, wenn man die Steine – etwa die Gargoyles am Buchladen von Woodmoore – sprechen hört?

Als sie unversehens im Keller des neu erstandenen Geschäftes auf ein Portal zu einer anderen Welt stoßen und erfahren, dass der Vorbesitzer, der mit dieser in regem Kontakt stand, kein gutes Ende gefunden hat, macht es das Ganze nicht leichter. Weil sie aber Corrie und ihrer Freundschaft nun einmal vertraut, lässt Silvana es auf einen Versuch ankommen. Bald erkunden die beiden also weit mehr von Amaranthina, als nur das magische Pendant zu ihrer Buchhandlung auf der anderen Seite des Portals. Dabei finden Sie nicht nur treue Freunde, sondern auch erbitterte Feinde und das Abenteuer ihres Lebens.

Buchladen mit Ausblick

Erfolgsteam

So eng wie die beiden Buchhändlerinnen müssen wohl auch die beiden Freundinnen Sandra Dageroth und Diana Kruhl zusammengearbeitet haben, denn dass der gemeinsame Fantasy-Roman von zwei Autorinnen stammt, merkt man dem Werk an keiner Stelle an. Unter dem Pseudonym Dana S. Eliott wurde „Taberna Libraria“ zunächst 2012 auf der Selfpublishing-Platform neobooks eingestellt. Der große Erfolg dort führte zum Buchvertrag und nun zum Erscheinen in gedruckter Form. In bester Genre-Tradition lassen die beiden mitten in unsere Welt das Phantastische hereinbrechen. So liebevoll wurde in deutscher Sprache jenseits von Michael Ende und Cornelia Funke selten eine Welt gezimmert. An mancher Stelle hätte es zwar gerne noch ein wenig spannender zugehen dürfen, aber so abenteuerlich es das Schicksal mit Silvana und Corrie auch meint, ist das Ganze eben doch mehr ein Roman über Freundschaft und die Suche nach dem richtigen Platz in der Welt (in welcher auch immer).

Ein wenig schade und unnötig allerdings, dass die beiden jungen deutschen Autorinnen ihren Roman in England ansiedeln. Da darauf nicht wirklich aufgebaut wird – will sagen nichts zwingend Englisches einfließt, wäre es wohl stimmiger gewesen, die magische Buchhandlung in einer den Autorinnen vertrauteren Welt anzusiedeln. Aber so flüssig und unterhaltsam, wie sich das Werk liest, tut das der Vorfreude auf die geplante Fortsetzung wenig Abbruch.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Dana S. Eliott. Taberna Libraria – Die Magische Schriftrolle
9,99 Euro. Knaur TB

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