Bot-ylicious?

Die große Schlacht um Chicago liegt bereits mehrere Jahre zurück. Obwohl die Autobots entscheidend zum Sieg beigetragen haben, werden sie nun von den Menschen gejagt und leben deshalb im Verborgenen auf der Erde.

Ein alter Truck mit ziemlich heftigen Beschussspuren fasziniert Yeager.
Ein alter Truck mit ziemlich heftigen Beschussspuren fasziniert Yeager.

Gnade gibt es keine – jeder Transformer lebt in der ständigen Gefahr, wie ein wertvolles Stück Metall abgeschossen zu werden – und in einem Forschungslabor bis auf den letzten Tropfen Öl seziert zu werden.

Durch Zufall entdeckt der erfolglose Erfinder und Tüftler Cade Yeager (Mark Wahlberg) einen verrosteten Transformer in einem alten Kino. Doch das Geheimnis können Yeager und seine Tochter Tessa (Nicola Peltz) leider nicht lange für sich behalten – schnell geraten sie zwischen die Fronten. Aber gibt es wirklich nur die Seite Menschen vs. Transformers? Yeager lässt sich nicht gern von regierenden Parteien in die Suppe spucken und schließlich geht es auch um das Wohl und Wehe der Erde … Als dann noch eine ominöse dritte Partei erscheint, geht es schließlich erst richtig wild zur Sache. Es geht um den Kampf zwischen Mensch und Maschine, Gut und Böse, Freiheit und (eingebildete) Versklavung – die Ära des Untergangs steht unaufhaltsam bevor!

Das Spielzeug jedenfalls ist besser als in den Vorgängerfilmen ...
Das Spielzeug jedenfalls ist besser als in den Vorgängerfilmen …

Braucht es noch einen weiteren Transformers Film?

Manchmal verpassen Regisseure den Zeitpunkt, an dem eine großartige Story zu oft wieder herausgekramt wurde. Mancher unkte schon, das wäre bei Transformers auch der Fall – ganz falsch liegen sie damit nicht. Das Verfallsdatum jedenfalls liegt wirklich nahe, denn so viel Neues kann es nicht mehr geben.

An einem Komplett-Fail schrammt Transformers weit vorbei, soll heißen: Es hätte deutlich schlimmer ausgehen können. Mit der dritten Partei – dem ominösen Bot, der Megatron sucht und von der Erde pflücken möchte – kommt etwas Schwung in die Geschichte. Vor allem aber ist er der Bot, der dem Inhalt mit seinen Anspielungen mehr Tiefe gibt. Dabei geht es um nichts Geringeres als die Entstehungsgeschichte der Tron/Bot-Welt – wer sind die Erschaffer und warum wollen sie Megatron von der Erde weg haben?

Nicola Peltz nervt nicht. Coole Sache!
Nicola Peltz nervt nicht. Coole Sache!

Dass Megan Fox nicht mehr dabei ist, ist eine gute Sache. Dass Rosie auch nicht auftaucht, glatt die bessere. Das Beste ist aber, dass eine Blondine eingestiegen ist (Nicola Peltz), die mehr sagen kann als nur „Are you an alien or somethin‘?“. Sie ist realistisch, sympathisch, optisch ansprechend und geht einfach nicht so auf die Nerven wie die anderen Damen vor ihr.

Kommen wir zum zentralen Schauspieler, der den Film rettet: Mark Wahlberg. Der Mann bringt sämtliche Erfahrungen ein, die er in seinen Hollywood-Jahren angehäuft hat (ja, ich habe ihn damit alt genannt.).  Was er in Transformers sagt, kauft man ihm ab – das ist eine dermaßen solide Schauspielleistung, die dem Film so gut tut, wie uns das tägliche Plätzchen bis Weihnachten.

Wer das Filmplakat mit dem riesigen Bot-Dino gesehen hat, wird vermutlich einen ordentlichen Schrecken bekommen haben: Sollte das etwa der neue Ansatz für diesen Film werden? Zum Glück nicht! Die Bot-Dinos haben zwar einen Auftritt im Film, sind aber definitiv nicht das zentrale Element.

Fazit: Das Produzententeam von Transformers umgeht sämtliche Fettnäpfchen, die sich gestellt haben, bieten inhaltlich aber keine große Revolution. Ein Film, den man sich ansehen kann, aber leider im Schatten seiner Vorgänger steht – trotz Bumblebee.

Bleibt nur die Frage: Wer oder was ist denn nun untergegangen?

Bettina Riedel (academicworld.net)

Transformers – Ära des Untergangs

Seit dem 11. Dezember als DVD, BluRay und VoD im Vertrieb der Paramount im Handel erhältlich

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