Anti-Idylle

Das Buch mit dem der Literaturnobelpreisträgerin von 2009, Herta Müller, der Durchbruch gelang und das gleichzeitig das Ende ihrer Karriere als Deutschlehrerin in Rumänien bedeutete.

Buch Cover

Herta Müller erzählt in ‚Niederungen‘ als Prosaband vom Leben der deutschsprachigen Banatschwaben im kommunistischen Rumänien, berichtet vom Leben im Dorf, von Elend und Schmutz, von Gewalt und von einer Heimat, die sonderbar fremd bleibt.

Detailliert und abschreckend

Es ist kein schönes Leben, von dem Herta Müller erzählt. Normalerweise stört mich dies nicht, und ich erwarte von und in Büchern keine Heile-Welt-Atmosphäre. Doch hier hat es mich gestört. Ich empfand viele von Herta Müllers Schilderungen als viel zu explizit und zu eklig. Zwar gelingt es der Autorin, eindringliche Bilder ihrer Heimat herauf zu beschwören, dem Leser eine Vorstellung vom Leben der Banatschwaben zu vermitteln, doch gab es meiner Meinung nach zu viele detaillierte Erwähnungen von Exkrementen, schmutzigem Badewasser, Würmern, Rotz und Blut.

Gewöhnungsbedürftiger Stil

Auch der Schreibstil der Autorin hat mir wenig gefallen und ist entweder durch kurze, staccatoartige Sätze geprägt, die für ein abgehacktes und stockendes Lesen sorgen, oder zeichnet sich durch verworrene Sätze voller Wiederholungen und bedeutungsschwangeren Phrasen aus.

Fazit: Ein interessantes Thema, das meiner Meinung nach enttäuschend bearbeitet wurde, und ein für meine Begriffe zu bemüht intellektueller Schreibstil – ‚Niederungen‘ war mein erstes Buch von Herta Müller und wird sicherlich auch mein einziges bleiben.

(Romy H., academicworld-Userin)

Herta Müller. Niederungen
8.99 Euro. Die Fischer Verlage

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