Angriff auf die Lachmuskeln

Wer mal wieder richtig viel Spaß bei der Lektüre eines Buches haben will, der sollte sich den aktuellen Roman „In Brasilien geht´s ohne Textilien“ von Andreas Wunn zu Gemüte ziehen. Das findet zumindest unsere Academicworld-Userin in ihrer Rezension.

Ich hatte das große Privileg, den neuen Roman von Andreas Wunn lesen zu dürfen. Der Einleitungssatz lässt bereits vermuten: Ich bin begeistert! Trotz Prüfungsstress habe ich das Buch in nur 3 Tagen verschlungen.

Die Story: Ein deutscher Journalist zieht beruflich nach Brasilien. Und lässt uns an seinem Leben dort teilhaben. Das wars. Und es ist herrlich. Wir steigen beim Umzug ein, kennen keine Vorgeschichte von Andreas. Was folgt, ist ein literarischer Leckerbissen – für die Lachmuskeln und die Tränendrüsen.

Auf den Spuren von Tommy Jaud

Wer Tommy Jaud mag, wird Wunns Schreibstil ebenso lieben. Auch hier liest man Passagen wiederholt, um jedes wohl gewählte Adjektiv der teilweise sehr verschachtelten Sätze genüßlich aufzusaugen. Bereits auf Seite 9 stellt Wunn fest: „Und ich denke nur: Besser kann es eigentlich nicht werden. Das ist mein brasilianischer Moment. Von jetzt an geht’s bergab.“ Ein Glück, dürfen wir trotzdem weiterlesen.

Anekdoten zum Schmunzeln

Zum Inhalt lässt sich schwer etwas sagen. Es ist eigentlich eine Aneinanderreihung von kleinen Anekdoten. Ich weiß natürlich nicht zu beurteilen, ob es tatsächlich wie beschrieben in Brasilien abläuft, aber anschaulich geschrieben ist es allemal. Egal, ob es um die (sehr verzwickte) Geschichte mit der diffizilen Nutzung der zwei Fahrstühle im Hochhaus oder die Frage, wie das in Deutschland überhaupt ohne einen Portier in jedem Haus funktioniert, geht (wie soll denn da das Auto in die Garage kommen?!).

Korrektes Verhalten in Brasilien

Zudem kleine Hinweise zum korrekten Verhalten in Favelas (AUSNAHMSLOS mit abgeblendeten Scheinwerfern fahren, egal wie dunkel es ist – sonst halten einen die Gangsterbosse vielleicht für die Polizei…), Vorfahrt hat in Brasilien immer das sauberste Auto, und nicht zu vergessen: die ständige Ur-Angst der Brasilianer vor Miroslav Klose.

Sie verstehen nur Bahnhof? Dann wird es höchste Zeit, dass sie sich fortbilden in Sachen Brasilien-Deutschland/ Deutschland-Brasilien. Also auf nach Brasilien oder ab in den Buchladen!

PS: Von der Lektüre im öffentlichen Nahverkehr wird dringendst abgeraten. Sie werden durch debiles Dauergrinsen und spontane Auflacher alle Blicke auf sich ziehen.

Stefanie Janke, academicworld-userin

Andreas Wunn. In Brasilien geht´s ohne Textilien. Ein Deutscher in Rio de Janeiro
8,99 Euro. Heyne

Share.