Wie war das mit dem IT-Gedöns?

Mit IT habt ihr eigentlich nichts am Hut? Aber die Digitalisierung wirft ihren Schatten voraus – und auf der dunklen Karriereseite wollt ihr nicht stehen bleiben? Es gibt viele Möglichkeiten, wie man sich als nicht-IT’ler mit dem Thema Digitalisierung vertraut machen kann – von IT hat man dann immer noch kaum eine Ahnung. Ein Ratgeber muss her!

In der schönen digitalen Welt fällt es sehr einfach, auf der Karriereleiter viele Sprossen nach unten zu fallen – oder erst gar nicht aufzusteigen: Dann, wenn man mit der Digitalisierung einfach nichts anzufangen weiß. Was tun? Einen Kurs besuchen, Programmieren lernen, irgendwie muss der Stein doch ins Rollen kommen. Das Feld der „IT“ ist auch noch denkbar groß, sodass der Einstieg darin leicht chaotische Züge annehmen kann – und auch die Fraghe geklärt werden muss: Was kann ich mir als Autodidakt beibringen, wo brauche ich Unterstützung?

Ein sehr guter Ratgeber ist dafür „Das kleine 101 des Programmierens“ von Julia Hoffmann und Natalie Sontopski – aka die Code Girls. Sie stellen die ganz banale Frage: Wie sag ichs meinem Computer? Und beantworten sie dem Leser gleich mit. Das Buch richtet sich an alle, die sozusagen fachfremd aufgewachsen und ausgebildet sind – denn auch wenn wir die Technologien tagtäglich benutzen, hießt das noch lange nicht, dass wir besonders viel von ihr verstehen.

Die beiden Autorinnen schaffen es, einen charmanten und lockeren Umgang mit dem Thema aufzubauen – anstatt hart auf der Technik und Details herumzureiten, tragen sie einige witzige und interessante Aspekte zusammen, die sich schon in der Einleitung zu einem wichtigen Plädoyer verdichten: Heutzutage kann es sich niemand mehr leisten, so rein gar nichts von digitalen Prozessen zu verstehen.

Natürlich gibt es einen kleinen historischen Abriss, der sich im Rahmen hält und wiederrum mit überraschenden Fakten unterhält. Stichwort Ada Lovelace – die das Redaktionsteam von academicworld und HI:TECH CAMPUS dann direkt mal in die neue Ausgabe mit aufgenommen hat. Die Autorinnen widmen sich scheinbar banalen Fragen, die sich als essenzielle Lücken im Kenntnisstand des Lesers entpuppen werden: Denn was bitte schön, ist eigentlich eine Programmiersprache? Diese lernt ihr mit dem Buch nicht – es gibt auch viel zu viele davon. Aber ihr könnt einen Test machen, der eure Neigungen sondiert und euch eine Programmiersprache vorschlägt!

Auch auf Themen wie Edward Snowden wird eingegangen und damit natürlich direkt auf den Block „Datensicherheit“ eingegangen. Der Umgang damit ist in den Tagesmedien wohl eher weniger als einwandfrei zu bezeichnen und für viele Leser wahrscheinlich auch eine Motivation, sich mit dem Thema IT zu beschäftigen – umso wichtiger ist es auch in diesem Buch.

Das Fazit? Es wird viel geboten: Verständliche Hintergründe zum Programmieren, IT-Themen aus den Tageszeitungen, charmante historische Abrisse – unterhaltsamer und so sinnvoll kann man sich als nicht-Informatiker fast gar nicht informieren! Ein sehr guter Einstieg in die Welt der Digitalisierung.

Bettina Riedel (academicworld.net)

We love Code! Das kleine 101 des Programmierens.
Julia Hoffmann. Natalie Sontopski.
Koehler & Amelang. 16,95 Euro.


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