Der wagemutige Schritt in die Selbstständigkeit

Im Alltag gibt es immer wieder Phasen, in denen plötzlich die unterschiedlichsten Dinge gleichzeitig erfolgen müssen. Alle entsprechenden Erfahrungen verblassen in der Erinnerung aber schnell, wenn es um den Start in die Selbständigkeit geht. Denn während einer Existenzgründung hat der Arbeitstag zu keinem Zeitpunkt genug Stunden. Entsprechend viele Baustellen müssen parallel bearbeitet werden. Umso wichtiger ist es, gut geplant und noch besser vorbereitet in dieses Abenteuer zu starten.

Am Anfang steht der Businessplan

Die wichtigste Vorarbeit für den Weg in die Selbstständigkeit ist die Erarbeitung eines Businessplans. Dies hat gleich mehrere Gründe. Zum einen verhält es sich so, dass nur die wenigsten Gründer über genügend eigenes Kapital verfügen, um ihr neues Unternehmen an den Start und ihre Produkte und Dienstleistungen im nächsten Schritt auch noch auf den Markt zu bekommen. Entsprechend wird ein Kredit bzw. einer oder mehrere Teilhaber benötigt. Als dritte Möglichkeit können außerdem oftmals staatliche Fördermittel beantragt werden. In jedem dieser Fälle ist allerdings eine Sache unabdingbar: ein überzeugender Businessplan. Doch ein solcher Geschäftsplan ist nicht nur bei der Suche nach Geldgebern hilfreich, denn er zwingt den oder die Gründer außerdem dazu, den oft noch schwammigen Vorstellungen vom eigenen Unternehmen eine klare Struktur und Richtung zu geben.

Die Inhalte des Businessplans

Unabhängig von der Branche geht es im Rahmen des grundlegenden Businessplans immer um die gleichen Fragen. Die wichtigsten Bestandteile sind nach der einleitenden Vorstellung der Geschäftsidee die Themen:

– Verteilung der Aufgaben im Gründerteam
– Analyse der Wettbewerbssituation (Konkurrenz)
– eventuell Personalentwicklung einschließlich Personalkosten
– Marketing und Vertrieb
– Rechtsform des Unternehmens
– Finanzplanung

Sofern es sich um kein einzigartiges Nischenprodukt handelt ist vor allem die Analyse der Wettbewerbssituaton von entscheidender Bedeutung. Je nachdem ob es sich um ein per Versand vertriebenes Produkt handelt oder die Zielgruppe vor allem im lokalen Umfeld beheimatet ist, müssen hier die Gewichtungen unterschiedlich gestaltet sein.

Die Suche nach dem richtigen Standort

Viele Gründer arbeiten zunächst von Zuhause aus. Dies kann allerdings zu rechtlichen Problemen führen. Denn in reinen Wohngebieten ist das Betreiben eines Gewerbes generell untersagt. Sofern vom Unternehmen kein Lärm oder sonstige Emissionen ausgehen, drücken die Behörden hier oft zunächst ein Auge zu. Wenn sich aber die Parkplatzssituation durch die neue Firma nachhaltig verschlechtert, wird in der Regel schnell durchgegriffen. Besser ist es daher, von Anfang an auf eine geeignete Gewerbeimmobilie zu setzen. Bei der Suche nach dem passenden Standort spielen viele Faktoren eine Rolle. Am Ende wird es am Anfang so gut wie immer auf einen Kompromiss in Sachen Lage und Preis hinauslaufen. Wichtig ist aber, ein mögliches mittelfristiges Wachstum der Firma mit zu berücksichtigen. Für diesen Fall sollte die Möglichkeit vorhanden sein, kurzfristig in der Nachbarschaft weitere Flächen anzumieten.

Wichtige Anmeldungen im Rahmen der Gründung

Wer ein Gewerbe betreibt, muss dieses beim Gewerbeamt anmelden. Gleiches gilt im Rahmen der Selbständigkeit als Freiberufler im Hinblick auf die Zulassung durch die zuständige Kammer. Daneben muss außerdem die Anmeldung des Unternehmens beim Finanzamt erfolgen. Denn die neue Firma ist in der Regel gewerbe- und umsatzsteuerpflichtig. Je nach Rechtsform können außerdem noch Körperschaftssteuern hinzu kommen. Außerdem ändert sich die eigene Situation im Bezug auf die Krankenversicherung. Wer bisher abhängig beschäftigt war hat nun die Wahl, sich entweder freiwillig gesetzlich weiter zu versichern oder eine private Krankenversicherung abzuschließen. Gerade wenn bereits eine Familie vorhanden ist, kann es finanziell von Vorteil sein, in einer Krankenkasse zu bleiben. In jedem Fall aber sollte über eine private Zusatzversicherung in Form einer Krankentagegeld Versicherung nachgedacht werden. Denn eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es für Selbständige nicht. Bei Krankheit brechen deshalb mangels der Abarbeitung von Aufträgen die Einnahmen weg und es erhöhen sich gleichzeitig die Ausgaben. Ohne entsprechendes Poster wird es dann finanziell schnell eng. Und auch sonst sind gerade zu Beginn der Selbständigkeit gewisse Rücklagen eine wichtige Grundlage für erfolgreiches unternehmerisches Handeln.

 

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