Selbstständig nach dem Studium

Der eigene Chef sein, arbeiten wann und wo man will, ohne dass einem der Vorgesetzte im Nacken sitzt – das ist der Traum vieler Hochschulabsolventen. Meist schwirrt ihnen bereits während des Studiums eine grandiose Idee im Kopf herum, die es umzusetzen gilt. Eine Existenzgründung ist jedoch kein Zuckerschlecken, sie ist mit viel Arbeit verbunden, die nicht zu unterschätzen ist. Doch mit diesen Tipps kann man den Grundstein für den eigenen Erfolg legen.

Die Qual der Wahl: Selbstständigkeit oder Festanstellung?

  Vorteile Nachteile
Festanstellung + geregeltes Einkommen

+ finanzielle Sicherheit ist das konstante Monatseinkommen

+  strukturierter Tagesablauf

+ Förderung von Seminaren, Schulungen, Weiterbildungen und Workshops durch den Arbeitgeber

+ festgelegte Aufgabenbereiche

– Jobsuche kann sehr lange dauern

– Nicht immer der Traumjob

– Eventuell geringes Gehalt

– Befristete Verträge bieten wenig langfristige Sicherheit

Selbstständigkeit + Man ist der eigene Chef

+ Hohe Eigenverantwortung

+ Schnelles Reagieren auf neue bzw. unvorhergesehene Umstände

+ An keine Örtlichkeit gebunden, man kann von überall auf der Welt arbeiten

+  Mehr persönliche Freiheit

Kein Nine-to-Five-Job, sondern freie Arbeitseinteilung

–  Keine langfristige Planbarkeit

–  Unsichere Auftragslage

–  Kein festes monatliches Gehalt

–  Ein hohes Maß an Selbstdisziplin notwendig

 

Selbstverständlich haben beide Optionen ihre Vor- und Nachteile. Viele Studierende streben nach ihrem Hochschulstudium eine unbefristete Vollzeitstelle an, weil sie langfristige Sicherheit verspricht. Das ist jedoch nicht jedermanns Sache: Diese Statistik beweist, dass sich rund 23 Prozent aller Studierenden, bevorzugt aus den Bereichen Jura, Medizin sowie Kulturwissenschaft, selbstständig machen wollen.

Von der Idee zur Selbstständigkeit

Bei einer Selbstständigkeit nach dem Studium müssen Gründer zunächst beachten, dass sie, im Gegensatz zu einem bereits bestehenden Unternehmen, alle anfallenden Aufgaben selbst ausführen müssen. Man könnte sagen, dass sie am Anfang das Mädchen-für-Alles sind.

Hilfreiche Angebote nutzen

Viele Studierende entscheiden sich gegen eine Existenzgründung, weil sie Bedenken haben, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Das sollte aber niemanden davor abschrecken, diesen Schritt zu wagen! Selbst wenn jemand nicht alle Kenntnisse im vollen Umfang vorweisen kann, gibt es ausreichend Möglichkeiten, sich diese anzueignen.

  1. Ein Seminar zur Unternehmensführung

Zahlreiche Anlaufstellen wie die Agentur für Arbeit oder sogenannte Gründerzentren bieten derlei Angebote an. Interessant sind außerdem Gründertreffen, bei denen man sich nicht nur über Hürden, sondern vor allem über Erfolge austauschen kann.

  1. Kleine Helfer, große Wirkung

Viele Studierende haben besonders im Bereich Buchhaltung Vorbehalte, ob sie diese managen können. Keine Sorge, es gibt PC-Programme, die Gründern die Arbeit erleichtern. Ein sogenanntes WaWi (Kurzform von Warenwirtschaft)-System hilft Freiberuflern wie Jungunternehmern dabei, stets einen Überblick über die Materialwirtschaft und Lagerverwaltung zu behalten.

Die Unternehmensidee

Sind die Ängste erst einmal zerstreut und die Grundlagen geschaffen, können Studierende damit beginnen, die Unternehmensidee bis ins kleinste Detail durchzustrukturieren. Dabei hilft das Erstellen eines Businessplans. Mit ihm kann man alle Faktoren genauer beleuchten und gegebenenfalls das Für und Wider abwägen. Dadurch werden Probleme schnell erkannt. Potenzielle Gründer sehen ihre Kalkulation Schwarz auf Weiß und können nachvollziehen, ob ihre Dienstleistung bzw. Produkte wirklich rentabel sind.

Der Finanzierungsplan

Wer Gewinne erzielen will, muss zunächst Geld in die Hand nehmen. Die meisten Studierenden können jedoch nicht auf große Ersparnisse zurückgreifen. Daher ist es wichtig, sich über Fördermöglichkeiten oder Kredite bei Banken, Institutionen oder beim Bund zu informieren. Für diesen Zweck benötigt man übrigens ebenfalls einen Businessplan. Schließlich wollen Geldgeber immer wissen, ob sie wirklich in ein lukratives Geschäft investieren.

Marketing, Marketing und nochmal Marketing

Die beste Strategie nützt nichts, wenn sowohl Produkt bzw. Dienstleistung als auch Unternehmen ein solcher Geheimtipp sind, dass niemand von ihnen weiß. Es lohnt sich daher, so früh wie möglich die Werbetrommel zu rühren und auf sich aufmerksam zu machen. Da Existenzgründer meist über ein eher knappes Budget verfügen, sollte man zunächst auf Radiowerbung oder Fernsehspots verzichten und stattdessen lieber auf die Klassiker zurückgreifen:

  • Visitenkarten
  • Flyer
  • Broschüren
  • Webseite
  • Gegebenenfalls Online-Shop
  • E-Mail-Marketing
  • Social-Network

Diese Marketing-Strategien sind kostengünstig, in großer Stückzahl zu produzieren und sprechen den Großteil der Zielgruppen an. Es ist immer besser, sich nicht nur auf Online- oder Offline-Marketing zu stützen, sondern stattdessen eine Crossmedia-Strategie voran zu treiben.

 

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