“Our vision of the future for the supercar industry”

Eine der weltweit kleinsten Sportwagenschmieden gehört dem Argentinier Horacio Pagani. In Modena wurden seit 1999 exakt 120 Exemplare des Pagani Zonda in unterschiedlichen Variationen gebaut. Jetzt folgt der Huayra, der neue Maßstäbe in Design, Verarbeitung und Aerodynamik setzen soll.

Die Geschichte des Horacio Pagani  (56) klingt unglaublich: Schon als Kind interessiert er sich nur für Autos, modelliert mit zwölf sein erstes Auto aus Ton. Gerade dem Teenageralter entwachsen, entwirft und baut er mit 24 Jahren einen Formelwagen.
Die argentinische Rennfahrerlegende Juan Manuel Fangio wird auf den Autodidakten aufmerksam und vermittelt ihn zu Lamborghini. In Europa arbeitet sich Pagani vom einfachen Mechaniker zum Spezialisten für Verbundstoffe hoch, leitet bald den Carbonbereich bei Lamborghini. Die Geschichte vom Tellerwäscher hätte hier schon ein schönes Ende gehabt, aber Horacio Pagani will seinen Traum realisieren und einen Supersportwagen entwickeln, der mit Ferraris und Lamborghinis nicht nur ?gerade so? mithalten kann.

Er gründet ein eigenes Unternehmen und arbeitet weiter für Lamborghini, nimmt aber auch andere Fremdaufträge an. Fangio, der den Weg von Pagani die ganze Zeit verfolgt, ist begeistert, als sein Landsmann ihm die ersten Entwürfe des Pagani Zonda zeigt. Fangio gewinnt, über seine Kontakte zu Mercedes, AMG als Motorenlieferanten. Die Partnerschaft hält seitdem an, auch im neuen Huayra kommt wieder ein Motor der Mercedes-Tuner zum Einsatz, diesmal ein mit zwei Turboladern beatmeter Zwölfzylinder mit 700 PS. Das Aggregat beschleunigt den nur 1.350 Kilogramm schweren Athleten auf bis zu 370 Kilometer die Stunde.

Der Huayra löst den Zonda ab, der in unterschiedlichen Varianten bis zu 1,5 Millionen Euro kostete und damit dem Unternehmen die Erträge ermöglichte, das Fahrzeug während seiner zwölfjährigen Bauzeit weiter zu entwickeln.

Die Fachzeitschrift ?Sport Auto? war ob des Reifegrades des Pagani so verblüfft, dass sie die Frage stellte, wer den Zonda denn wirklich entwickle. Zu perfekt sei die Verarbeitung des Supersportwagens, als das ohne weiteres vorstellbar ist, dass ein Team aus 50 Mitarbeitern dazu fähig wäre.

Pagani dürfte die Frage stolz gemacht haben. Zeigt sie doch, wieviel Qualität mit Leidenschaft und Ingenieurskompetenz möglich ist.

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