Mit Sonne und Zucker zum Ziel

Innovative und visionäre Ideen hatte die FERCHAU Engineering GmbH in der dritten Auflage ihrer FERCHAU-Challenge gesucht … und wie sich herausstellte durchaus auch gefunden. An einem sonnigen Wochenende im September konnten 5 Teams in der Toskana unter Beweis stellen, wie sie sich die Mobilität von Morgen vorstellen.

Mit Sonne und Zucker zum Ziel

Kreative Denker unterstützen

Die dritte Auflage des 2007 ins Leben gerufenen Innovationspreises „FERCHAU-Challenge“ führte Finalteilnehmer und Jury an die Mittelmeerküste der Toskana. Italien, die Heimat von Tüftlervorbild da Vinci, und Innovation, das passt einfach, hatten sich die Planer des großen Engineering-Dienstleisters mit Unternehmenssitz in Gummersbach wohl gesagt. So konnten die fünf Teams, die es ins Finale des Wettbewerbs geschafft hatten, vom 13. bis 15. September unter Beweis stellen, was ihnen zur Themenstellung eingefallen ist. 

Mit Sonne und Zucker zum Ziel
Beim Auspacken sorgten sie gleich für Neugierde: Die Jungs von der FH Bielefeld. Und erst beim Aufladen …

Die Aufgabenstellung dafür lautete folgendermaßen: Rohstoffe werden knapp und damit immer teurer. CO2-Emissionen sind zwar in vielen Bereichen gesunken, haben aber im Bereich Verkehr in den letzten 20 Jahren allein in der EU um über 35 Prozent zugenommen. Die Weltbevölkerung hat die 7-Milliarden-Grenze erreicht – und alle wollen mobil sein. Ihre Ideen für Mobilität von morgen sind gefragt! Entwickeln Sie mit Ihrem Team ein unbemanntes Mobil, das sich durch Wind-, Wasser-, Solar-Energie und/oder Elektrik fortbewegt. Setzen Sie neue Werkstoffe ein – damit sammeln Sie in der Wertungskategorie „Innovation“ wichtige Punkte.

Rollstuhl mit Karamellfahne

Die eine oder andere Idee sollte dem Ingenieurnachwuchs da durchaus kommen, aber was dann den Weg in die Toskana fand, war doch mitunter unerwartet. So zogen die späteren Gewinner von der FH Bielefeld schon beim Auspacken der Gefährte am Ankunftstag alle Blicke auf sich. Was mochte sich nur in den beiden riesigen Kisten verbergen, von denen jede einzelne alle anderen Projekte locker aufgenommen hätte?  Zuerst taucht ein riesiger Parabolspiegel auf – na gut, eine mit Silberfolie überzogene ausrangierte Satellitenschüssel. Hier wird auch gleich das Konzept des ganzen klar. Das Team Schmelzwärmefahrzeug um Cornelius Armbruster setzt auf Recycling! Das aber mit Liebe zum Detail und fast genialen Ideen.  

Die Energieerzeugung des Fahrzeuges erfolgt über eben diesen Parabolspiegel, der ein Heizmedium erwärmt. Die Wärmeenergie im Brennpunkt wird auf einen Wärmetauscher konzentriert, welcher die Wärme an einem sogenannten Latentwärmespeicher abgibt. Als Speichermedium wird ein Salzgemisch verwendet, das zurzeit in solarthermischen Anlagen als Wärmeträgermedium eingesetzt wird, sich jedoch auf Grund der Eigenschaften auch als Latentwärmespeicher eignet. Der über einen thermoelektrischen Generator geführte Wärmestrom bringt dann die notwendige elektrische Energie für den Antrieb. Für den ein alter Fiat auf dem Schrottplatz um den Scheibenwischermotor erleichtert wurde. 

Besonders beim Erwärmen ließ sich die Besonderheit des Konzepts im weiteren Umkreis feststellen. Durch den schmelzenden Rohrzucker lag eine deutliche Karamellnote in der Luft. Die Jury sollte später den Vorschlag äußern, dass die Herren im Alter sicher einmal ihren Rollstuhl – den daran erinnert das Fahrzeug durchaus – mit Karamellbonbons befeuern werden. Für die 5.000 Euro Preisgeld sollten ein paar Packungen drin sein.

Mit Sonne und Zucker zum Ziel
Alle in einem Bild: die 5 Finalisten-Fahrzeuge.
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