Leistung muss sich lohnen? So ein Unsinn!!

Das Leistungsprinzip ist eine Entlohnungsmethode, in der der Mitarbeiter nach Maßgabe seiner erbrachten Leistungen honoriert wird. Leistung ist entweder das Maß der Erfüllung von Zielvorgaben oder die Menge der Arbeit in Zeiteinheit. Soweit so klar! 

Prüfen wir, ob das die Grundlage unserer Entlohnung darstellt. Wofür bekommen wir eigentlich unseren Lohn, unser Gehalt, unsere Tantiemen? Früher war das ganz einfach: wer arbeiten wollte, bot seine Arbeit auf dem Arbeitsmarkt an. So bekam Arbeit im Verhältnis zu den anderen Anbietern einen Marktwert. Dann gab es Unternehmer, die diese Arbeit auf dem Arbeitsmarkt einkauften. Sie taten dies, weil sie sich einen Nutzen von dieser Arbeit versprachen. So bekam Arbeit einen Nutzwert. Stieg der Nutzen an, dann bekam der Arbeiter mehr Lohn, er wollte am gestiegenen Nutzen beteiligt werden. Sank der Nutzen, dann wollte der Unternehmer diese Arbeit nicht mehr haben, er entließ den Mitarbeiter. Das Entlohnungsprinzip war das Marktwert- Nutzwertprinzip. Auch heute noch ist der vom Unternehmer erwartete Nutzen die entscheidende Größe bei der Kalkulation des Gehaltes!

Wie kommt jedoch das  Leistungsprinzip in unsere Köpfe? Nun, es gab einen Menschen, der fand dieses Marktwert- Nutzwertprinzip unmenschlich. Er war der Ansicht, dass man menschliche Arbeit entwürdigen würde, wenn diese ihren Wert nur durch den Vergleich mit anderer Arbeit und durch den Nutzen ihren Wert erhielt. Der Würde nach ist jede Arbeit gleich. Er war der Ansicht, dass menschliche Arbeit nicht wie eine Ware behandelt werden dürfe. Außerdem fand er diese Entlohnungsart ungerecht, da nicht die tatsächliche Anstrengung, der Einsatz, die Leistung des Mitarbeiters belohnt würde, sondern Die Arbeit des Mitarbeiters, die erst im Vergleich zu anderer Arbeit ihren Wert erhielt, und nicht aus sich selbst heraus ihren Wert bekam. 

Und so schaute dieser Mann sich um und wurde in den preußischen Schulen fündig. Dort nämlich wurden Schüler nicht nach ihrem Nutzen benotet, sondern nach ihren Leistungen. Es sollte bei der Benotung keine Rolle spielen, ob der Vater des Schülers ein wichtiger Mann war, der vielleicht als Metzger dem Herrn Lehrer eine halbe Schweinehälfte schenkte. 

Dieses Leistungsprinzip übertrug also dieser Mann damals postularisch auf die Wirtschaft.Der Entdecker des Leistungsprinzips war übrigens Karl Marx! 

Nach dem zweiten Weltkrieg haben die Besatzungsmächte verhindert, dass auch der westliche Teils Deutschlands sozialistisch organisiert wurde. Gleichwohl spielte damals die Einführung des Leistungsprinzips eine wichtige Rolle. Der Begriff wurde zum Synonym für den gigantischen Wirtschaftsaufschwung in der Nachkriegszeit. 

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