Karriereziel Selbstständigkeit: Wie sollte man seine Schwerpunkte setzen?

Irgendwann einmal der eigene Chef sein oder sogar selbst Mitarbeiter beschäftigen? So manch ein Student träumt schon während seiner Studienzeit von einer Karriere abseits als Angestellter und möchte einmal ein solches Ziel erreichen. Die Wege um zu diesem Ziel zu gelangen können dabei sicherlich sehr vielfältig und individuell aussehen. Dennoch kann man Studenten einige Ratschläge mit auf den Weg geben, auf welche Aspekte der potenziellen späteren Selbstständigkeit sie sich bereits während ihrer Ausbildung vorbereiten können und was es zu beachten gilt.

Die Karriere eines Unternehmers zeichnet sich zwar dadurch aus, dass sie im Regelfalls sehr individuell ist, doch grundsätzlich schadet es in den meisten Fällen nicht, vor seiner Selbstständigkeit auch Erfahrungen als „normaler Angestellter“ gesammelt zu haben. Bild: Konstantin Gastmann / pixelio.de

Ideen und Ziele entwickeln

Wer die Vision einer späteren Selbstständigkeit verfolgt, der hat meistens auch schon grundsätzliche Ideen, in welche fachliche Richtung das Ganze einmal gehen soll. Es lohnt sich, darüber schon während des Studiums intensiv nachzudenken und sich eventuell dazu auch mit Kommilitonen auszutauschen. Vielleicht findet man auf diese Art und Weise auch andere Studenten, dich sich an einer späteren Unternehmung beteiligen möchten.

Viele unternehmerische Ideen lassen sich darüber hinaus auch schon während der Studienzeit „antesten“ oder ausprobieren. Gerade wer Projekte im IT-Bereich anstrebt, der kann während dieser Zeit oft schon etwas „herumspielen“. Nicht allein durch Zufall stammen  viele erfolgreiche IT-Startups mehr oder weniger direkt vom Campus. Beispiele dafür wären die Anfänge der Suchmaschine Google oder auch Facebook. Die Studienzeit sollte daher auch als kreative Zeit dienen, in der man sich in Ruhe grundsätzliche konzeptionelle Gedanken zu einer möglichen späteren Selbstständigkeit machen kann.

„Out of the Box“ denken

Menschen die immer nur mit dem Strom schwimmen und es anderen gleichtun, sind in vielen Fällen als Unternehmerpersönlichkeiten ungeeignet, zumindest dann, wenn irgendwelche visionären oder neuartigen Ideen angestrebt werden. Der Unternehmer, der mit seinem Startup wirklich etwas Neues an den Start bringen will, muss flexibel sein und auch mal eingestampfte Pfade verlassen.

Gezielt das passende Fachwissen aneignen

Während des Studiums hat man oftmals die Wahl welche Vorlesungen man besucht oder für welche konkreten Fachbereiche man sich entscheidet. Sofern man in der Lage ist, zum entsprechenden Zeitpunkt bereits konkrete Ideen und Ziele bezüglich einer Selbstständigkeit entwickelt zu haben, hilft dies sicherlich bei der Auswahl der dazu passenden Vorlesungen.

Generell sind dabei BWL-Inhalte für eigentlich jeden potenziellen Unternehmer interessant. Wie genau nehme ich eine Bilanzierung vor? Was sind die wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen? Wie sehen die Details des Steuerrechts und verschiedene relevante gesetzliche Regelungen aus? All dies sind Fragen, die man sich nach Möglichkeit schon während des Studiums selbst beantworten sollte. So hat man dann später geringere Hürden im Zuge der eigenen unternehmerischen Tätigkeit zu nehmen. Kommen entsprechende Inhalte im Rahmen des Studiums nicht vor, so ist es sicherlich sinnvoll, zusätzliche externe Kurse zu belegen oder sich zumindest im Internet schlau zu machen.

Das Kleinunternehmen als studentischer Nebenjob

Interessant könnte auch für viele unternehmerisch ambitionierten Studenten die Option sein, schon während des Studiums ein Gewerbe anzumelden und so erste Erfahrungen mit der Selbstständigkeit zu sammeln. Gesetze wie die „Kleinunternehmerregelung“ machen eine Gewerbeanmeldung denkbar einfach und verbinden diese mit nur minimalen Pflichten. Hat man also irgendeine konkrete Idee einer Dienstleistung die man anbieten könnte, so kann auf diese Art und Weise gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:

1. Sich als Student einige Euros dazu verdienen und vielleicht auch unabhängig von anderen Nebenjobs zu sein.

2. Erste Erfahrungen mit der unternehmerischen Tätigkeit sammeln.

Nicht zuletzt ist ein solcher Gewerbeschein während des Studiums auch für viele Anbieter von kleineren Tätigkeiten / Minijobs sehr interessant. Dadurch, dass man als Kleinunternehmer Rechnungen stellen kann, muss man für die Ausübung einer Tätigkeit nicht zwingend als Arbeitnehmer eingestellt werden, sondern man kann das Ganze dann über Aufträge an das eigene Kleinunternehmen abwickeln.

Doch Vorsicht: Hier gilt es insbesondere die Regelungen zur Scheinselbstständigkeit zu beachten! Am einfachsten ist dem Vorzubeugen, in dem man sich nicht auf einen Auftraggeber konzentriert, sondern versucht, sich einen vielfältigen Stamm von Kunden aufzubauen.

Sollte es mit dem eigenen Kleinunternehmen mal nicht so laufen, so ist es in der Regel auch kein Problem, das Gewerbe einfach mal für eine Zeit ruhen zu lassen. Man kann ein Gewerbe mitunter auch „vorbereitend“ gründen, um damit dann später (nach dem Studium) voll durchzustarten.

Erfahrungen im „normalen“ Berufsleben

Die Karriere eines Unternehmers zeichnet sich zwar dadurch aus, dass sie im Regelfalls sehr individuell ist, doch grundsätzlich schadet es in den meisten Fällen nicht, vor seiner Selbstständigkeit auch Erfahrungen als „normaler Angestellter“ gesammelt zu haben. So kennt man die Arbeitswelt auch aus dieser Perspektive, was einem im späteren Unternehmerleben sicherlich auch in diversen Personalfragen eine Hilfestellung sein kann. Darüber hinaus sind Erfahrungen als Angestellte Fachkraft (am besten in einem gesuchten Bereich) sicherlich ein zweites Standbein, auf das man sich berufen kann, wenn es mit der eigenen Selbstständigkeit wider Erwarten nicht funktionieren sollte.

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