Feel good INC.

Wie findet man den richtigen Arbeitgeber? Am besten mit Glück und Zufall. Oder indem man sich selbst objektiv analysiert, klug recherchiert und einige wichtige Punkte beachtet. Eine Anleitung für Einsteiger und Umsteiger.

Verlockend! Aber frag dich erst mal, ob du Äpfel eigentlich magst…

1. Siemens ändert sich nicht für dich. Aber es bringt auch nichts, wenn du dich änderst.

Unternehmen haben ihre Philosophie. Die sich zwar gerne einmal ändern kann, aber nicht deshalb, damit sie zu potenziellen Arbeitnehmern passt. Sich selbst ändern, damit man irgendwo reinpasst, geht natürlich schon. Aber führt auf lange Sicht zu einem Magengeschwür. Also: Sich kurzfristig anpassen, damit man einen Job bekommt und von der Straße weg ist, ist in Ordnung. Ansonsten gilt: Nein. Ein Job, bei dem man sich dauerhaft verstellen muss, ist die Hölle.

2. Du willst mehr wissen? Frag jemand anderen!

Die Webseite eines Unternehmens ist wie eine Imagebroschüre. Neutrale Informationen bekommt man hier nicht – das liegt in der Natur der Sache. Besser: Was sagen andere? Auf Facebook oder Portalen wie Kununu oder 100toparbeitgeber.de.

3. Mag ich dich überhaupt? Wie benimmt sich mein Unternehmen?

Werte sind wichtig. Werden sie grob verletzt, dann wird man sich als Abgebernehmer irgendwann ausgebrannt und leer fühlen.

Treib dich ruhig mal auf der Facebookseite eines potenziellen Arbeitgebers herum und beobachte, wie und wie schnell auf Fragen und Kritik reagiert wird. Noch etwas zum Nachdenken: Wieviel Fairness kann man von einem großen börsennotierten Konzern mit Millionengewinnen erwarten, das keine Aktien-Dividende ausschüttet, also die Leute, die sich am Unternehmen beteiligen, leer ausgehen lässt? Google das ruhig mal mit deinem Apple-Produkt, du wirst überrascht bis entsetzt sein …

4. Wähle weise und denk an später!

Erst einmal gilt es, einen Job zu bekommen. Nach und nach kann man dann die eigene persönliche Unzufriedenheit pflegen und kultivieren. Besser jedoch: Schon in der Entscheidungsphase daran denken, dass irgendwann der Alltag eintritt. Um die Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu bewahren, sollten potenzielle Arbeitgeber nicht nur nach den Kriterien Gehalt, Betriebsklima und Weiterbildungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten ausgewählt werden. Arbeitszeitmodelle wie Teilzeit oder Homeoffice und klar geregelte Wiedereinstiegsmöglichkeiten lassen auch Raum für Privates, denn man weiß nie, wohin man sich entwickelt.

5. Vergiss Rankings und Autos!

Wunscharbeitgeberrankings aus Absolventensicht! Das ist, als würde man sagen: Mein Lieblingsessen ist Steak vom Kobe-Rind. Ich habe es noch nie probiert, aber ich mag es sicher am liebsten!

Auch schwer rätselhaft: Wieso wollen eigentlich alle diese nachhaltig denkenden Jungakademiker bei Automobilherstellern arbeiten – zumindest wenn man all den Arbeitgeberrankings Glauben schenken möchte? Weil man dann den ganzen Tag Autos probefährt? Oder weil: Hey, Autos! Brummbrumm!
Werd’ erwachsen …

6. Sei Dilbert, sei Goofy – aber sei du selbst!

Analysiere dich mal. Bist du ein Goofy-Typ? Ein Individualist mit „interessantem“ Kleidungsstil? Dann wirst du niemals glücklich damit werden, in einem Großkonzern jeden Tag ein Rädchen zu ölen. Vielleicht gibt es aber irgendein kleineres Unternehmen, in das du seltsamer Mensch genau reinpasst. Andersherum: Wenn du jeden Abend pünktlich um 17 Uhr nach Hause gehen willst, gerne in der Kantine isst, dir Weihnachtsgeld wichtig ist und Überstunden ein Greuel sind, dann such’ dir keinen Job in einer Kreativagentur.

7. Fordere dich!

Es gibt nur eine Sache, die mehr nervt als eine überforderte Bedienung: Eine, die sich für zu gut hält, um zu bedienen. Also: Sei nicht einer von denen, die ihren Job nicht vernünftig machen. Davon gibt es ohnehin schon viel zu viele. Such dir eine Position, die dich fordert, aber nicht überfordert oder langweilt!

8. Nach der Entscheidung: Steh dazu!

Du wirst gefühlte anderthalbmillionen Mal gefragt werden, wo du arbeitest. Kein Mensch will sich anderthalbmillionen Mal schämen müssen. Es ist ein „Statement“, sich einem Unternehmen anzuschließen. Und wenn du es getan hast: Steh dazu!

Foto: Helvetica, „Apfel gefällig?“, CC-Lizenz (BY 2.0) 
Bild aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de

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