Die Gehaltsabrechnung – ein Buch mit sieben Siegeln?

Entweder am Monatsende oder spätestens zu Beginn des neuen Monats erhalten Arbeitnehmer außer dem überwiesenen Lohn oder Gehalt eine Lohnabrechnung auf der alle Be- und Abzüge detailliert aufgelistet sind. Besonders Berufsanfänger, Abiturienten und Studenten haben oft Schwierigkeiten die aufgeführten Zahlen richtig zu deuten. Jeder Arbeitnehmer in Deutschland zahlt unterschiedlich hohe Steuern und Abgaben zur Sozialversicherung.

Für Arbeitnehmer stehen in Deutschland sechs verschiedene Lohnsteuerklassen zur Verfügung, die nach dem Familienstand vergeben werden.

Arbeitnehmer werden in sechs Lohnsteuerklassen eingeteilt

Die Höhe der zu entrichtenden Lohnsteuer ist von der Höhe des Verdienstes und der eingetragenen Lohnsteuerklasse abhängig. Für Arbeitnehmer stehen in Deutschland sechs verschiedene Lohnsteuerklassen zur Verfügung, die nach dem Familienstand vergeben werden. Verheiratete haben die Möglichkeit zwischen den Lohnsteuerklassen drei, vier und fünf zu wählen.

Wird die Lohnsteuerklasse drei vom besser verdienenden Partner gewählt, erhält der andere berufstätige Partner automatisch die Steuerklasse fünf. Wird die Steuerklasse vier gewählt, haben beide Partner dieselbe Lohnsteuerklasse. Die Steuerklasse eins ist für ledige Arbeitnehmer vorgesehen. Alleinerziehende Mütter und Väter erhalten die Lohnsteuerklasse zwei. Die Lohnsteuerklasse sechs wird vergeben, wenn Arbeitnehmer einer zweiten Arbeit nachgehen, bei der eine weitere Lohnsteuerkarte benötigt wird oder wenn vom Arbeitnehmer keine Angaben zur Lohnsteuerklasse gemacht werden. Die Höhe der Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag werden von der Lohnsteuer berechnet. Besonders Arbeitnehmer wie Studenten oder Abiturienten werden steuerlich meist anders behandelt.  

Die Sozialversicherungsbeiträge werden anteilig geleistet

Wie die Lohnsteuer werden auch die Sozialversicherungsbeiträge vom Bruttogehalt abgezogen. Im Einzelnen entfallen im Jahr 2013 für die 

– Rentenversicherung 18,90 Prozent

– Arbeitslosenversicherung 3,00 Prozent

– Krankenversicherung circa 15,50 Prozent

– Pflegeversicherung 2,05 Prozent

Die Beiträge zur Sozialversicherung werden vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen getragen. Die Ausnahme bildet die Krankenversicherung. Aufgrund der verschiedenen Pflichtbeiträge der Krankenkassen bezahlt der Arbeitgeber einen Höchstsatz von 7,30 Prozent. Kinderlose Arbeitnehmer über 23 Jahre zahlen zudem einen Zuschlag von 0,25 Prozent zur Pflegeversicherung.

Nicht jeder Arbeitnehmer muss Steuern und Sozialversicherungen bezahlen

Studenten die in ihren Semesterferien oder während des Studiums arbeiten, müssen sich schon im Vorfeld informieren, ab welcher Gehaltshöhe und welchen Arbeitszeiten Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden müssen. Löhne und Gehälter aus sogenannten Minijobs liegen seit 2013 bei bis zu 450 Euro. Wer sich nicht befreien lässt, muss seit dem 01.01.2013 einen Eigenanteil zur Rentenversicherung zahlen.

Studenten, die ausschließlich in den Semesterferien arbeiten, sind in der Regel befreit. Wer während des Studiums, also außerhalb der Semesterferien arbeitet, darf eine Wochenarbeitszeit von 20 Stunden nicht überschreiten. Bis zu einer Grenze von 11.042 Euro (2013) jährlich, sind Studenten mit der Steuerklasse eins von der Lohnsteuer befreit.

Damit Studenten von den Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern befreit werden können, ist eine Immatrikulationsbescheinigung der Universität vorzulegen. Werden trotzdem Steuern berechnet oder auch pauschal abgezogen, können sich Studenten die gezahlten Beiträge vom zuständigen Finanzamt erstatten lassen. Teilnehmer an einem Fernstudium oder Teilzeitstudierende sind von diesen Regelungen ausgeschlossen.

Kompetente Infos und Hilfen zur Lohnabrechnung gibt es hier

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