Das Geheimnis unseres Erfolges

Wer die Formula Student Germany für sich entscheiden will, muss mit einem stimmigen Gesamtpaket überzeugen. Was aber zeichnet die Top-Teams aus? Wie gelingt es ihnen, trotz der systembedingt hohen Fluktuation, kontinuierlich gute Leistungen im Wettbewerb zu erzielen? Und woher nehmen die Teams ihre Motivation, deren Auto nach einem Jahr Arbeit plötzlich pünktlich zum Event ausfällt?

Nachwuchsingenieure konstruieren ein Jahr lang einen Rennwagen und müssen innerhalb von wenigen Tagen ihr Können in Disziplinen wie Beschleunigung, Ausdauer, Treibstoff-/Energieeffizienz, Design und Finanzplanung unter Beweis stellen. Das ist die Idee, die hinter dem Konstruktionswettbewerb Formula Student steckt. Die Studenten bekommen dadurch die Möglichkeit, ihr erlerntes Wissen aus den Vorlesungen direkt in der Praxis anzuwenden.

Die Gewinner des letzten Jahres

Im letzten Jahr konnte das Global Formula Racing-Team der DHBW Ravensburg die Formula Student Germany in der Formula Student Combustion (FSC), dem traditionellen Wettbewerb mit Verbrennungsmotoren, für sich entscheiden. Auch in diesem Jahr hat das Team sich wieder einiges vorgenommen: „Wir wollen gewinnen – und das mit beiden Fahrzeugen“, ist die Anspruchshaltung des Titelverteidigers. Im letzten Jahr noch hat es in der Formula Student Electric (FSE) allerdings nur zum dritten Platz gereicht. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Die Teilnehmer stehen vor der Aufgabe einen konkurrenzfähigen Rennwagen zu konstruieren, der mit einem reinen Elektromotor samt Energiespeicher ausgestattet ist. Durch die Präsenz in beiden Wettbewerben will das Team zum einen sicherstellen, dass die jungen Ingenieure Erfahrungen mit beiden Antrieben sammeln können. Zum anderen sollen die Einsatzbereiche für Elektrotechnikstudenten vergrößert werden.

Erfolgsgarant 

Doch worauf ist der Erfolg des Teams zurückzuführen? Michael Wax, Technical Director des Teams von der DHBW Ravensburg, sieht den Erfolg auch darin begründet, dass sich das Team aus Teilnehmern von zwei unterschiedlichen Hochschulen zusammensetzt. Dadurch konnten in den letzten drei Jahren verschiedenste Synergieeffekte genutzt werden. Hinzu kämen die verschiedenen Hintergründe und Ausbildungssysteme der Studenten, Vorteile durch lokale Ressourcen, sowie der gegenseitige Erfahrungsaustausch. Um ein Team langfristig erfolgreich aufzustellen, bedarf es aber noch mehr. Speziell die hohe Fluktuation – bedingt durch den Umstand, dass es sich bei der Formula Student nun mal um einen Wettbewerb für Studenten handelt – stellt die Teams vor eine große Herausforderung, besonders hinsichtlich des Wissenstransfers. „Dieser systembedingten Fluktuation kann man lediglich mit einer äußerst sorgfältigen und ausführlichen Dokumentation entgegenwirken“, erklärt Michael Wax. Nur wer auf Dauer sicherstellen kann, dass Erfahrungen und Know-how über mehrere Generationen im Team erhalten bleiben, wird langfristig erfolgreich sein.

Und plötzlich heißt es: Alles auf Anfang

Mit ganz anderen Problemen hatte im letzten Jahr das KaRaT Racing-Team der TU Kaiserslautern zu kämpfen. Ihr Bolide war in der Endurance, also dem Langstreckentest, nach dem Fahrerwechsel nicht mehr angesprungen, da sich das Kabel der Lichtmaschine gelöst hatte und dadurch der Akku nicht mehr aufgeladen wurde. „Natürlich waren wir enttäuscht. Wir hatten viel Zeit in das Projekt investiert und dann fällt das Auto ausgerechnet in der Königsdisziplin aus und dann auch noch wegen einer Sache, von der man sagen kann, dass sie vermeidbar war“, erinnert sich Jonas Peschla, von der Teamleitung des Teams aus Kaiserslautern. Doch von diesem vermeintlichen Rückschlag hat sich das Team nicht lange beeindrucken lassen und den Schaden am Auto schnell behoben. Bereits einen Monat später ist das Team in Italien an den Start gegangen und konnte dort alle dynamischen Disziplinen durchfahren – und das, obwohl kurzzeitig ein brennendes Auto auf der Strecke für kleinere Irritationen gesorgt hatte. In diesem Jahr will das Team erstmal in der FSE an den Start gehen. Dabei zählen sie auf die Unterstützung ihres engagierten Safety Advisors Professor Hartmut Opperskalski.

Neue Wege bestreiten

Zusätzlich hat das Team dafür in dieser Saison den nichttechnischen Bereich ausgebaut. Eine separate Gruppe wurde dazu gegründet, die sich speziell um die Betreuung von Fertigungspartnern und Sponsoren und die Herstellung neuer Kontakte kümmert. Dadurch wurde für das Team neuer Handlungsspielraum eröffnet, denn der Bereich Sponsoring ist für die Formula Student und natürlich für die Teams von großer Bedeutung. Aber nicht nur die Studierenden profitieren vom Wettbewerb, sondern auch ihre potenziellen zukünftigen Arbeitgeber. Es überrascht daher auch nur wenig, dass der Konstruktionswettbewerb durch namhafte Firmen wie Audi, BMW, Bosch, Daimler, Tognum, VW und ZF unterstützt wird.

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