Camelot Management Consultants: Spezialisierte Beratung – großer Erfolg

Andreas Koch ist in der Industrie hoch eingestiegen: Als Leiter Supply Chain Management bei einem Schweizer Pharmalogistikunternehmen mit 1,8 Milliarden Schweizer Franken Umsatz verantwortet er heute einen Geschäftsleitungsbereich mit rund 550 Mitarbeitern. Was er dazu wissen musste, lernte er nach dem Studium bei Camelot Management Consultants. In junior//consultant berichtet er, warum der Einstieg – auch in kleineren Beratungsunternehmen – ein echtes Karriere-Sprungbrett sein kann

Camelot Management Consultants gehört zu den führenden Value Chain Management-Beratungen mit Fokus auf der Chemie- und Pharmabranche. Der Hauptsitz (Foto) ist in Mannheim.

An meinen Einstieg in die Branche, in der ich bis heute arbeite, erinnere ich mich noch genau: Von Supply Chain Management (SCM) sprachen damals nur Wissenschaftler ? im Jahr 1989 hieß es noch „Logistik“ und die Dienstleister in diesem Bereich nannten sich „Speditionen“. Aber selbst mit dem Begriff „Logistik“ konnte nicht jeder etwas anfangen ? mich eingeschlossen. Für mich war ein Jahr vor dem Abitur lediglich klar, dass ich nicht wie viele meiner Mitschüler die Schulbank nahtlos gegen den Uni-Lehrsaal tauschen wollte. Lieber wollte ich erst einmal eine kaufmännische Berufsausbildung absolvieren und praktische Erfahrung sammeln. Bei einem Berufsinformationstag an unserem Gymnasium berichtete einer der Referenten dann von den Chancen in der Logistikbranche.

„Das ist der Markt der Zukunft“, war sein Resümee. Bei meinen Mitschülern stieß er auf nicht sehr viel Resonanz, aber mein Interesse war geweckt. Ich beschloss, mich genauer mit dem Thema zu beschäftigen. Ich schaute ? wie es vor Wikipedia nötig war – im Lexikon nach und fand einen Eintrag, der erklärte, was es mit „Logistik“ auf sich hat: Es ging also um einen Begriff aus den Napoleonischen Kriegen, der später auf die Industrie übertragen worden war. Vor mehr als 200 Jahren verstand man darunter noch die Organisation des Nachschubs für die kämpfenden Truppen. Und anscheinend war ich auf eine Boombranche gestoßen. Schon nach wenigen Bewerbungsschreiben und noch weniger Bewerbungsgesprächen hatte ich einige konkrete Angebote.

Ich entschied mich für das Unternehmen, das sich am Markt am weitesten spezialisiert hatte und auf mich am innovativsten wirkte: Hoyer, eine internationale Fachspedition für Flüssigtransporte aus der Prozessindustrie. Außerdem faszinierte mich der Premiumanspruch des Unternehmens: Die Mitarbeiter wollten nicht einfach nur einen Job erledigen, sondern innerhalb ihrer Branche immer ganz vorne mitspielen.

Mich faszinierte in einem anderen Kulturkreis zu leben und zu arbeiten

Nach dem Ende der Ausbildung arbeitete ich noch kurze Zeit als Speditionskaufmann, dann las ich von einem Arbeitsstipendium meiner Heimatstadt Weinheim an der Bergstraße: Junge Absolventen konnten sich dafür bewerben, für ein halbes Jahr in der Partnerstadt von Weinheim, Cavaillon in der Provence, zu arbeiten. Sprachunterricht, Unterkunft und Arbeitsplatz wurden organisiert und bezahlt. Ich hatte Glück und wurde angenommen. In diesen sechs Monaten in Südfrankreich wurde mir klar, dass ich später unbedingt international arbeiten wollte. Die Erfahrung, in einem anderen Kulturkreis zu leben und zu arbeiten, faszinierte mich.

Ich schrieb mich also an der Universität Mannheim für Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Logistik und Internationales Management ein.  Bereits ein Jahr vor meinem Abschluss bekam ich von einem meiner Dozenten den Tipp, meine Kontaktdaten auf die Absolventen-CD brennen zu lassen. Dann müsse ich mich gar nicht erst bewerben ? die Firmen kämen von selbst auf mich zu. Er hatte Recht: Schon ein halbes Jahr vor meinen Prüfungen meldeten sich die ersten Interessenten. Das hatte zwar einen gewissen Charme, aber eigentlich ging es mir zu schnell: Ich wollte das Gefühl haben, mich selbst aktiv um meinen ersten Job zu kümmern ? und unternahm erst einmal nichts. Bis eine Einladung aus der Masse heraus stach: Die einer relativ jungen Unternehmensberatung namens Camelot, die sich genau auf meine Kernqualifikation spezialisiert hatte: Supply Chain Management.

Das Bewerbungsgespräch führte der CEO selbst, der sich fast zwei Stunden Zeit für mich nahm. Mein Eindruck: ein echtes Start-up-Unter-nehmen mit viel Gründergeist und großem Interesse an meiner Person. Inhaltlich drehte sich das Interview auch sehr stark um Persönliches: mein Engagement in der Lokalpolitik oder einer Laienschauspielgruppe. Wichtig war die Frage, ob ich nicht nur fachlich, sondern auch menschlich in das Team passen würde. Das tat ich und habe den Schritt, auf die Angebote großer Industrieunternehmen zu verzichten, nie bereut.

Ich möchte die Erfahrungen, die ich bei Camelot gesammelt habe, nicht missen. Der Teamspirit war absolut außergewöhnlich und die Kollegen wurden schnell zu Freunden, ja sogar fast zu einer Art Familie. Mit vielen habe ich heute noch Kontakt und treffe mich mit ihnen, wenn ich wieder einmal in der Gegend bin. Unser Leitspruch – egal ob auf Projekt oder privat – war damals: „Einer für Alle – Alle für Einen!“

Von Camelots Wachstum profitiert

Fachlich habe ich davon profitiert, dass Camelot damals noch nicht die heutige Größe hatte und viele IT-Anwendungen und Beratungsansätze noch nicht fest etabliert waren: Das Unternehmen gehörte zum Beispiel zu den absoluten Innovationsführern bei der Umsetzung neuer SCM-Anwendungen. Das war fast immer Neuland und die Projekte hatten meist Prototypen-Charakter. Nur selten konnten wir auf Referenzlösungen oder Lehrbuchwissen zurückgreifen. Das war oft stressig, aber auch unglaublich spannend, und die Erfolge waren immer sichtbar: Wir haben alle Projekte erfolgreich abgeschlossen und nicht nur selbst sehr schnell sehr viel dazugelernt, sondern auch viele Innovationen aktiv mit vorangetrieben. In unseren Kernbranchen machten wir uns rasch einen Namen. Unsere Projekte waren praktisch immer Beratung im high end-Bereich.

Dadurch, dass Camelot ständig Leading Edge-Projekte annahm, musste jeder von uns zwangsläufig von Allem etwas verstehen: Wenn wir also der Meinung waren, dass bestimmte Management-Prozesse ganz spezielle IT-Lösungen erforderten, und es diese am Markt nicht gab, dann haben wir sie eben programmieren lassen. Wenn etwas für den Erfolg eines Projekts nötig war, dann war es immer auch möglich. Ich habe so als Betriebswirt zum Beispiel in meinem ersten Jahr auch ein tiefes IT-Verständnis entwickelt. Ganz nebenbei hat mir das schnelle Wachstum der Firma auch ermöglicht, in nur fünf Jahren vom Junior Consultant zum Leiter eines eigenen Competence Centers für „Supply Chain Planning“ aufzusteigen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich als Einsteiger in der Industrie oder bei einer deutlich größeren Beratung ähnlich schnell auch nur annähernd so viel über Supply Chain Management gelernt hätte. In meiner Zeit bei Camelot habe ich Einblicke in alle Bereiche meines Fachs erhalten: von der strategischen Planung über die Umsetzung in Prozesse und Organisationen bis hin zu den IT-Strukturen. Und das auch noch bei ganz unterschiedlichen Unternehmen der Branche auf der ganzen Welt. Besonders ein Projekt ist mir im Gedächtnis geblieben: Wir gewannen gegen alle großen Wettbewerber den Auftrag, die globale Lieferkette des damaligen Weltmarktführers für Textilfarben zu vernetzen. Das Projekt führte mich innerhalb von eineinhalb Jahren einmal um die ganze Welt: von Singapur über die USA und Brasilien wieder zurück nach Westeuropa.

Die ehemaligen Kollegen aus Beratertagen sind heute fast alle in Top-Positionen

Heute profitiere ich sehr davon, dass ich von allen Bereichen rund um globale Lieferketten etwas verstehe und mich gut in die meisten Probleme hinein versetzen kann. Den ehemaligen Kollegen aus Camelot-Tagen geht es da ähnlich: Sie sind heute fast alle in Top-Positionen, egal, ob in der Industrie, noch bei Camelot oder Beratungen mit anderen Schwerpunkten. Der Abschied nach fünf Jahren ist mir daher auch nicht leicht gefallen, aber wegen eines Umzugs in die Schweiz musste ich zu einer anderen Beratung wechseln.

Damals war Camelot – anders als heute – noch nicht mit eigenen Büros in der Schweiz vertreten. Den Sprung in die Industrie machte ich dann wieder fünf Jahre später ? als Supply Chain Management-Verantwortlicher. Das Klischee vom Karriere-Sprungbrett Beratung kann ich nur bestätigen ? mit einem Zusatz: Es müssen nicht immer unbedingt die ganz großen Beratungshäuser sein. Sowohl was die Arbeitsatmosphäre angeht als auch die Perspektive, von Anfang an möglichst viel Verantwortung zu übernehmen und möglichst viele Aspekte
eines Projekts kennen zu lernen, können kleinere, spezialisierte Beratungen sogar die bessere Alternative sein.

Andreas Koch, Galenica Logistics

Andreas Koch ist Leiter Supply Chain Management  bei Galenica Logistics. Die international tätige Schweizer Pharma- und Logistikunternehmensgruppe Galenica entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Pharmazeutika, beliefert und betreibt eigene Apothekenketten und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Logistik, Datenbanken und Netzwerke an.  Die Camelot Management Consultants AG (zum Unternehmensprofil) ist die Strategie- und Organisationsberatung innerhalb der Camelot Gruppe. Das Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Managementberatungen für die Optimierung von Wertschöpfungs- und Lieferketten mit Fokus auf der Chemie- und Pharmabranche.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in junior//consultant, Ausgabe 1/2011.

Share.

About Author