“Absolventen gestalten die Mobilitäts­­­­konzepte von morgen mit”

Die Automobilindustrie ist für Deutschland noch immer Konjunkturindikator und beliebter Arbeitsmarkt zugleich. Nun gibt es zum Sommersemester 2011 an der Universität Duisburg-Essen unter dem Namen “Automotive Engi-neering & Management” einen ganzen Masterstudiengang zum Thema. academic world sprach mit der zuständigen Professorin Heike Proff über die Anforderungen und den Wandel der Branche.

Die Automobilindustrie ist, allein was die Zahl der Beschäftigten angeht, die bedeutendste Branche in Deutschland. Aber sie ist auch sehr zyklisch, wie gerade die letzte Wirtschaftskrise gezeigt hat. Warum ist sie für Hochschulabsolventen trotzdem so interessant?
Das Automobil wird nach wie vor als emotionales Produkt gefeiert, das Millionen Menschen weltweit begeistert, weil es Ausdruck der individuellen Persönlichkeit ist, die individuelle Mobilität sichert und damit ein Stück Freiheit verkörpert. Das gilt auch weiterhin und interessiert die Studierenden, auch wenn selbst in Deutschland die Bedeutung des Autos als Statusprojekt, Imageträger und Lifestyleobjekt sinkt. Die Automobilindustrie hat zudem nicht nur eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung, sondern prägt schon seit langer Zeit das strategische Management sehr stark. Konzepte wie zum Beispiel die Fließfertigung oder das Lean Management haben sich inzwischen in allen Branchen durchgesetzt. Somit beeinflusst die Automobilindustrie viele Bereiche der industriellen Produktion und treibt neue Technologien. Im Übergang zu neuen Antriebskonzepten ergeben sich spannende technologische Veränderungen, etwa neue Fahrzeug- und Mobilitätskonzepte, die viele Hoch­schul­­­ab­solventen aktiv mit gestalten möchten. Aus Sicht des Managements ist es besonders interessant, dass Automobilunternehmen, die selbst in der Phase der New Economy an altbewährten Prinzipien aus der „Eisenzeit“ festhielten und unbeirrt Kapazitäten aufgebaut und die Produktion optimiert haben, nun damit begonnen haben, das strategische Management grundlegend zu ändern.

Müssen Absolventen eigentlich die  Beispiele älterer Ingenieure abschrecken, deren Wissensstand nicht mehr ganz up to date ist und die häufig nicht mehr gebraucht werden?
Deshalb ist eine breite interdisziplinäre Ausbildung wichtig, wie sie der Master Automotive Engineering & Management der Universität Duisburg-Essen an der Schnittstelle zwischen Ingenieurwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre anbietet. Sie verhindert, dass ein Ingenieur als ein Spezialist, etwa für Heckleuchten, unter sehr vielen anderen spezialisierten Ingenieuren endet.

Die Automobilindustrie beeinflusst viele Bereiche der industriellen Produktion und treibt neue Technologien

 

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