Abheben in Richtung Zukunft

Nicht nur die Automobilindustrie, auch die Luft- und Raumfahrtindustrie arbeitet mit Hochdruck an energie-effizienteren Antrieben.

­­­© AIRBUS S.A.S. 2010 – COMPUTER?RENDERING BY FIXION – GWLNDSD

In der Luftfahrtbranche stehen drei Buchstaben für Hochtechnologie vom Feinsten – MTU. Sie ist Deutschlands führender und einziger unabhängiger Triebwerkshersteller und weltweit eine feste Größe. Das Traditionsunternehmen entwickelt, fertigt, vertreibt und betreut mit seinen rund 8.300 Mitarbeitern zivile und militärische Luftfahrtantriebe sowie Industriegasturbinen.

Mit ihren Produkten ist die MTU in allen Schub- und Leistungsklassen sowie wesentlichen Komponenten und Subsystemen – Verdichter, Brennkammer und Turbine – vertreten. Zusammen mit anderen Herstellern arbeitet sie an neuen Antriebssystemen. Kooperationspartner sind die Großen der Branche, General Electric (GE), Pratt & Whitney und Rolls-Royce. Technologisch verfügt die MTU über die volle Systemfähigkeit und ist weltweit führend bei Niederdruckturbinen, Hochdruckverdichtern sowie Herstell- und Reparaturverfahren.

Im militärischen Bereich ist die MTU der Systempartner für fast alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr. Die wichtigsten militärischen Triebwerksprogramme der MTU sind das TP400-D6 des neuen Militärtransporters A400M, das EJ200 des Eurofighters, der Tornado-Antrieb RB199 und das MTR390 des Kampfhubschraubers Tiger. Beteiligt ist das Unternehmen auch an den militärischen GE-Antrieben F404, F414, F110 und GE38. Eine Kernkompetenz der MTU ist die Instandhaltung ziviler Triebwerke und der Industriegasturbinen. Die Aktivitäten sind unter dem Dach der MTU Maintenance zusammengefasst und sehr erfolgreich: Die Gruppe ist weltweit der größte unabhängige Anbieter dieser Dienstleistungen und unterhält Standorte in Deutschland, Polen, den USA, Kanada, China, Malaysia und Thailand.   

Fan und Niederdruckturbine können am Leistungsoptimum arbeiten

(© Bild MTU) Die MTU arbeitet am sparsamen Getriebefan, indem sie zusammen mit verschiedenen Partnern einzelne Komponenten weiterentwickelt.

Die Zentrale der MTU Aero Engines befindet sich in München. Der Firmensitz umfasst etwa 500.000 Quadratmeter. Hier arbeiten rund 4.600 Personen. Von hier aus werden die Tochtergesellschaften und der Großteil der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gesteuert. In mehreren Hallen läuft die Produktion von Triebwerksteilen.

Derzeit entsteht eine neue Halle, in der das Kompetenzzentrum Blisk-Fertigung untergebracht wird. Blisks sind Hochtechnologie-Bauteile, die integral aus einem Stück gefertigt werden und zunehmend in modernen Triebwerksverdichtern zum Einsatz kommen. München ist auch die Zentrale der militärischen Programme mit MTU-Beteiligung.


Antrieb der Zukunft

Die MTU ist in die wesentlichen Forschungsvorhaben auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene eingebunden. Ziel aller Bemühungen ist es, Triebwerke leiser, kraftstoffsparender und schadstoffärmer zu machen.

Zusammen mit Pratt & Whitney realisiert die MTU den Antrieb der Zukunft, den Getriebefan (GTF). Das neue Antriebskonzept verspricht eine Absenkung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen um je 15 Prozent sowie eine Halbierung des subjektiv empfundenen Lärms – und überzeugt: Airbus bietet den GTF für die A320neo an. Bombardier stattet mit ihm exklusiv die neue CSeries aus, Mitsubishi den MRJ und Irkut die MS-21. GTF-Schlüsselkomponenten sind eine schnelllaufende Niederdruckturbine made by MTU und ein Hochdruckverdichter, der gemeinsam von der MTU und Pratt & Whitney gebaut wird. Der Clou ist ein Untersetzungsgetriebe, das die beiden Komponenten Fan und Niederdruckturbine entkoppelt. So können beide in ihrem jeweiligen Leistungsoptimum arbeiten und verhelfen dem GTF dadurch zu einem sehr hohen Wirkungsgrad.

Einsparpotenzial

Im Getriebefan steckt weiteres Einsparpotenzial: Optimiert man ihn durch eine noch effizientere Schuberzeugung – etwa durch die Weiterentwicklung einzelner Komponenten oder den Einsatz eines ummantelten gegenläufigen Fans, dessen Grundlagen die MTU bereits in den 1980er-Jahren entwickelt hat –, und im nächsten Schritt etwa durch den Einsatz eines Wärmetauschers lassen sich eine Kraftstoff- und CO2-Reduzierung um bis zu 30 Prozent erzielen. Die MTU peilt diese Marke mit ihrem dreistufigen Technologieprogramm Clean Air Engine (Claire) an und will sie im Jahr 2035 erreichen. Schon im Jahr 2025 sollen 20 Prozent realisiert sein.

 

Weitere Informationen zur MTU finden Sie hier!

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