Wird man im Wasser badend tatsächlich brauner als am Strand liegend?

aboutpixel.de / Abkühlende Entspannung © Florian Wäsch

Frage: Wird man im Wasser badend tatsächlich brauner als am Strand liegend?

Antwort: „Für die Bräunung der Haut ist die ultraviolette Strahlung verantwortlich. Diese wird eingeteilt in UV-A, UV-B und UV-C. Die UV-A Strahlung führt schnell zu einer kurzfristigen Bräunung der Haut, ohne den Eigenschutz der Haut zu erhöhen. UV-B Strahlung bewirkt eine dauerhafte Bräunung der Haut, ist aber auch maßgeblich für die Erythembildung (Hautrötung) verantwortlich. Das kurzwellige UV-C wird durch die Erdatmosphäre und die Ozonschicht herausgefiltert.

Der UV-Index (UVI) ist ein Maß für die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung. Er ist abhängig von der geographischen Lage, atmosphärischen Bedingungen wie Ozonschicht und Luftverschmutzung, der Höhenlage, Jahreszeit, Tageszeit, dem Bewölkungsgrad und von indirekter Strahlung durch Streuung in der Atmosphäre und Reflektion vom Untergrund.

Eine sehr hohe UV-Strahlung herrscht im Hochgebirge und an der See, da dort die UV absorbierenden Staub- und Dunstteilchen fehlen. Des Weiteren reflektieren bestimmte Oberflächen wie Wasser, Sand und Schnee die UV-Strahlen und steigern somit noch deren Intensität. UV-Strahlen können in Abhängigkeit zu ihrem Wellenlängenbereich unterschiedlich tief in Wasser eindringen (Attenuationskoeffizient). UV-A dringt wesentlich tiefer ins Gewässer ein als das kurzwelligere UV-B. UV-B wird in den meisten Seen schnell absorbiert.

Die Eindringtiefe, in der 90 Prozent der Oberflächenstrahlung absorbiert werden, variiert zwischen 20 Metern in sehr klaren Hochgebirgsseen und nur einigen Zentimetern in huminstoffreichen Braunwasserseen. Somit sind auch die beim Schwimmen sich unter dem Wasser befindenden Hautpartien nicht vor der UV-Bestrahlung geschützt. Zu bedenken ist, dass man beim Schwimmen nicht nur schneller braun werden, sondern sich auch schneller verbrennen kann.

Abgesehen von der durch Reflektion gesteigerten Intensität der UV-Strahlen, wird häufig die Intensität der Sonne unterschätzt, gerade bei Wind und im kühlen Wasser. Zudem ist man im Wasser spärlicher bekleidet. Normalerweise meist bedeckte, und damit nicht vorgebräunte Hautpartien, sind der gesteigerten Intensität der Sonnenstrahlen ausgeliefert, insbesondere bei nicht wasserfester Sonnenmilch.“

Heutiger Spezialist: Junior-Prof. Dr. Matthias Wilde, Leiter der Abteilung Humanbiologie und Zoologie der Universität Bielefeld

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